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Tarot und Zeit: Qualität und Quantität
Hallo Ihr Lieben,

Zitat von
Christiane
Mich beschäftigt immer wieder die Frage nach der Zeitqualität der Tarotkarten. Ich habe heute gerade mit einer befreundeten Kartenlegerin darüber debattiert. Mich befriedigt die Aussage "jaaa, wenn die Karte gelebt ist, ist es Zeit für eine neue Legung." keineswegs.
Mir kommt es vor, als seien manche Legungen "key visuals" und andere irgendwie der Weg zwischen den einzelnen "keys", wenn es beispielsweise um einen Veränderungsprozess geht. Mich macht es machmal ganz hibbelig, wenn ich denke, der nächste Schritt z.B. sei "die Herrscherin" und dann unterwegs feststelle, dass ungefähr 12 Schritte dazwischen im "Bild" fehlen.
Wie geht der Profi damit um?
Nun, die letzte Frage ist am einfachsten zu beantworten mit: "Individuell unterschiedlich" 
Aber vielleicht ist gerade das ja der Grund dafür, daß dies ein wirklich interessantes Thema ist - es wird zumindest immer wieder gerne - und immer wieder gerne kontrovers - diskutiert. Wer die letzen Einträge vor dem Update noch gelesen hat, der wird sich daran erinnern können, wie sich eine ähnliche Diskussion über ds Thema "Zeit" zwischen DanielA und mir abzuzeichnen begann.
Hier dreht sich das Thema Zeit jedoch mehr vor dem Hintergrund von konkreten Legungen und deren Deutung.
Grundsätzlich bin ich persönlich der Meinung, daß es beim Tarot eindeutig mehr um die Qualität von Zeit geht und weniger um die Quantität - auch wenn ich in einigen Diskussionen schon anderes gehört habe.
Um den Unterschied nochmals zu verdeutlichen:
Quantität ist der meßbare Anteil der Zeit, die "Menge" an Zeit, die Dauer einer Erfahrung, z.B. 2 Stunden, 1 Tag, anderhalb Jahrhunderte, eine Millisekunde, usw.
Qualität ist der Anteil der Zeit, der nicht in Zahlen meßbar, aber an der Art seiner Auswirkungen erkenntbar ist. Man erinnert sich - unbewußt - noch daran, wenn man davon spricht, daß [irgendwann] der "richtige" oder "rechte" Zeitpunkt (Moment, Augenblick) für [irgendwas] gekommen wäre. Die Qunatität, Dauer, Menge eines solchen Zeitpunktes, Momentes, Augenblickes bleibt jedoch offfen.
Einfachste Beispiele: die Zeit der Saat oder Ernte, die sich mit Sicherheit nicht an ein Kalenderdatum oder eine Uhr hält. Oder wenn man weiß, daß "jetzt die Zeit um Handeln" ist - ohne auch nur einen Blick auf die Uhr zu werfen.
Die Qualität der Zeit steht damit also auch in engem Zusammenhang mit den sie begleitenden Umständen - mit beidseitiger Abhängigkeit, was die gegenseitige Beeinflussung angeht.
Gleichwohl muß man jedoch auch erwähnen, daß es im Tarot einige Karten gibt, die - in eingeschränktem Maße - auch Aussagen über die Quantität der Zeit erlauben, z.B.:[*]7 der Münzen verzögert und verlängert die Dauer einer Erfahrung oder bis zum Erfahren einer bestimmten Qualität. D.h. die Quantität wird erhöhrt.[*]Ebenso bei XII - Der Gehängte[*]8 der Stäbe dagegen verkürzt z.B. die Dauer einer Erfahrung oder die Wartezeit bis dahin.
Alle Karten, auch die eben genannten, beinhalten jedoch eine Aussage über die Qualität der Zeit: es ist oder wird oder war oder sollte sein (je nach Position im verwendeten Legesystem) die richtige Zeit für eine Erfahrung mit dem durch die Karte dargestellten Thema.
Die Quantität, d.h. der konkret meßbare Zeitpunkt und die Dauer bleiben dabei immer noch offen.
Im von Christiane angeführten Beispiel mit der Herrscherin kann es - nach meinem persönlichen dafürhalten - also durchaus sein, daß das (quantitativ) etwas mehr Zeit braucht, bis man diese Karte erlebt und quasi im "Zeitlupentempo" nacheinander alle möglichen Teilaspekte (= 12 Schritte) dieser Karte beobachten kann.
Soweit mal die Gedanken einea angeblichen Profis. 
Wie sehen Eure Erfahrungen damit aus?
Rüdiger
"Das Leben ist simpel: wir werden geboren, rennen hin und her und eines Tages sind wir tod." (Graffiti)
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Hi,
also da ich ja beim Tarot kein Legesystem verwende sondern schaue, was mir die Karten bieten liegt es an der Fragestellung ob man die Zukunft mitnimmt. Das heisst, die Karten zeigen eine derzeitige Lebenssituation, auch wenn diese schon sehr lange besteht, das kann sich in der Zukunft ändern, Hinweise gibt die Karte. Je nachdem, ob Bewegung, Wachstum, Reifeprozess in der Karte enthalten ist oder nicht. Deswegen nehme ich ja so gerne das Rider...
)Eigentlich gibt es ja beim Tarot keine Karte des Stillstandes, aber man kann erkennen, ob es Besserung gibt.
Jetzt mal um Thema Zeit:
Qualität versus Quantität. Da stellt sich ein Problem. Eine Quantitative Aussage wird an einer Qualitativen gemessen.
Zeit ist definiert durch seine Auswirkungen, der Zerfall von radioaktiven Elementen, chemische, physikalische Prozesse. Irgendwann hat das mal einer festgehalten und als messbar definiert. Woran messen wir die Zeit? Wie ist Zeit definiert? Zeit hat etwas mit Lichtgeschwindiglkeit zu tun, mit Licht. Die Lichtgeschwindigkeit ist NICHT konstant, Licht wird langsamer (hat man in den letzten Jahren festgestellt). Zeit hängt aber DIREKT mit der Lichtgeschwindigkeit zusammen (s. auch spezielle Relativitätstheorie). Unser Leben wird von Licht gesteuert.. das geht aber zuweit!
Was ich meine ist, dass jeder selbst bestimmt wie die Zeiten in den Karten zu deuten sind ("individuell unterschiedlich")
Willst Du zeitlich Abfolgen sehen, versuche andere Karten und Legesysteme, da ist es eindeutiger. dann kommt es noch drauf an wie schnelllebig Du bist.
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Zitat von
DanielA 999
Eigentlich gibt es ja beim Tarot keine Karte des Stillstandes, [...]
Ähem, wie wäre es denn mit XII - Der Gehängte oder 4 der Schwerter?
- ...die gelten eigentlich so als die klassischen Stillstands-Karten...
Rüdiger
"Das Leben ist simpel: wir werden geboren, rennen hin und her und eines Tages sind wir tod." (Graffiti)
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Hi Daniela,
welche Karten und welche Legesysteme schlägst du vor, um erkennbare Zeitangaben zu haben?
Gruß!
Christiane.
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Nun, dafür verwende ich Kipperkarten (mir zeigen die Karten anhand von Ereignissen wann was wo pasiiert..), oder besser Skatkarten. Es gibt ein ganz schönes Buch von Rhea Koch, preislich erschwinglich und mit dem typischen Legesystem, was ich auch verwende. Mit dem Tarot: Versuche doch die Fragen zeitlich einzugrenzen, vielleicht klappt das...

Viel Erfolg!!!
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Jo, ich frage direkt nach was passiert dann... oder in der Zukunft
Muss jeder mal selbst versuchen und keine Scheu haben. 
Ich frage auch was wird in der Zukunft sein. Bei mir klappts, bei euch weiß ich nicht. Habe Dir grad den Link geschickt 8)
Jetzt bin ich aber müde... Nacht ihr!
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Ja, das mache ich auch so. Ich frage zum Beispiel, was im nächsten Monat anliegt. Hm. Und die Legungen dazwischen zeigen dann wiederum die Schattierungen dazwischen. Mir ist jetzt aufgefallen, dass sich bestimmte Karten immer wieder zeigen und die weisen dann wohl wiederum auf die "key visuals" hin.
Gruß: Christiane.
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Hallo Christiane,
erklär mir doch mal ein bißchen genauer, was Du mit "key visuals" meinst. Ncicht, daß wir da plötzlich in unserem Verständnis auseinander driften...
Rüdiger
"Das Leben ist simpel: wir werden geboren, rennen hin und her und eines Tages sind wir tod." (Graffiti)
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Ja, das würde mich auch interessieren. Ich kenne ja keine Regeln wie Du weisst Rüdiger, daher sage ich einfach mal, dass das Tarot ein Wachstumsprozess bedeutet, wenn nichteinmal der Tod einen Stillstand bedeutet, dann bedeutet auch der Gehängte keinen. Mit Stillstand meine ich, dass es niemals weitergeht, der Gehängte steht für eine Krise (ich würde es Pause nennen), gut, in diese Richtung geht es nicht weiter, aber in eine andere...
Die 4 der Schwerter steht für eine Zeit der Zurückgezogenheit, erzwungener Stillstand, aber Hajo Banzhaf spricht von einer Phase!!!
Also wieder eine Pause. Eine Phase steht für ein Weiterkommen oder Bewegung zu einem anderen Zeitpunkt. Wenn nicht in diesem Leben, dann in einem anderen, solange bis es klappt (na, kein anständiges Spülmittel für die Spülmaschine???). Ich selbst bevorzuge es, der 4 der Schwerter noch die Einkehr oder Ruhephase der Besinnung zu nennen. Die Schwerter zeigen für mich äußere Einflüsse auf, die uns dazu gebracht haben zu liegen, stillzustehen. Das Schwert im Rücken allerdings würde ich als eigenen Beitrag dazu interpretieren. Der gute Mann liegt in einer Kathedrale oder Kirche, was auf einer Wiederkehr schliessen lassen würde (wie gesagt: ICH KENNE KEINE REGELN!!!). Wenn jemand eine Frage stellen würde was in einer bestimmten Angelegenheit zu sei, dann wäre die Antwort der Frage durch die Karte: Kläre ersteinmal für Dich selbst was Dich wirklich hindert oder welche Einflüsse von aussen lassen Dich pausieren?
Jedenfalls ist durch die Nummerierung und der Symboliken kein endgültiger Stillstand zu erkennen (meine Meinung..).
Andererseits deute ich Karten auch sehr speziell, manchmal ist es nichteinmal die grundlegende Aussage der Karte sondern einzelne Symbole, die die Antworten geben. Man achte auf die Details..
Also die Sache mit dem Sonnenbrand z.B.: Ich fragte wie ich an einem bestimmten Sonntag auf eine bestimmte Person gewirkt habe und erhielt als Antwort das gebrannte Kind, die 9 der Stäbe(ich hatte zweifelsohne einen richtig fetten Sonnenbrand an diesen Tagen, super Antwort!)
Nicht immer sprechen die Karten Hajo Banzhafs Sprache, manchmal sind sie einfach direkter..hehe
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