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Der Kopfgeldjäger-an die Göttin in dir
Der Kopfgeldjäger (nach Chuck Spezzano)
Sie hatte zwei Arten von Krebs. Sie war beides die 13. und die abschließende und endgültig letzte Hauptperson (focus person) des Workshops . Diese Figur ist die zentrale Figur im Workshop und in ihrem Beitrag sind alle Anliegen des Workshops enthalten.
Die 13. Hauptperson (focus person) spiegelt das chronische Problem, dass sowohl die focus person als auch die Gruppe in eine Fülle von Glück und Erfolg transformieren möchte, wider.
Sie war eine sehr erfolgreiche und attraktive Geschäftsfrau, glücklich verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie hatte alles, wofür es sich zu leben lohnt. Obwohl die Krankheit sie bis jetzt noch nicht geschwächt hatte, so würde es sie doch sehr verletzen, wenn die Krankheit schließlich ihren starken Willen lähmen würde. Ich betete still für ein Wunder.
Als sie sich neben mich setzte, begann ich einige Fragen an sie zu richten, auf die sie entweder mit Gegenfragen oder gespielten Antworten reagierte, um mich vom Kern der Sache wegzuführen. Nach einigen wenigen weiteren Vorstößen, die ebenfalls auf Widerstand stießen, beschloss ich einen neuen Weg. Ich entnahm Hinweise aus der Nummer, die sie als focus person repräsentierte und auch aus der männlichen Art sich zu geben, die im Gegensatz zu ihrer im angenehmen sehr weiblichen Erscheinung stand. Ich fühlte mich in meiner Intuition bestätigt, wie ich mich ihr nähern könnte.
„Ich will dir eine Geschichte erzählen“, sagte ich. „Es ist eine Geschichte aus alter Zeit, die mir gerade eingefallen ist.“
Einmal vor langer Zeit, lebte die ganze Welt unter der Schirmherrschaft des Weiblichen. Die Welt war eingebunden und es gab eine Betonung der Beziehungen, Versorgung, Gefühle, Kommunikation und des Mystischen. Es war eine anmutige, schöne Welt, voll Kunst, Sanftheit und Entgegenkommen. Im ganzen Land gab es viele Tempel der Göttin, alle im Dienste der Menschlichkeit. Im ganzen Land gab es keinen Tempel oder keine Hohepriesterin, die so berühmt gewesen wäre wie der große Tempel der Widerstandslosigkeit und der Segnungen. Aber die Welt hatte ihren Abstieg in die Trennung noch nicht erfüllt und es kam Dunkelheit in die Welt. Von den Grenzen hörte man Gerüchte und Geschichten von Krieg. In den großen Tempeln wurden viele Gebete gesprochen und Nachtwachen gehalten, aber es reichte nur um die Dinge zu verzögern, aber nicht um die Krise abzuwenden.
Es gab eine große Sondierung und das männliche trennte sich vom weiblichen. Als sich die Gerüchte vom Krieg weiter verbreiteten, ergriff Furcht das Land. Aus entlegenen Bezirken erhielt man Kunde von Massakern. Das Land und alle Tempel wurden überfallen und geplündert. Priester und Priesterinnen wurden geraubt und ermordet. Viel zu schnell erreichte die einfallende Armee den großen Tempel und die gesamte Lebensweise eines Volkes wurde vernichtet. Die Hohepriesterin wurde Zeugin des Raubes, der Qualen und der Tötung ihrer lieben Freunde, der Priester und Priesterinnen. In der letzten Nacht gelang ihr die verzweifelte Flucht. Sie verstellte sich und ging den Weg des sich versteckens. Aber sie war verbittert über alles, was verloren war und sie verfluchte sich selbst und die Göttin. Sie zeigte sich nur noch tief umhüllt, das männliche fliehend. In der langen Zeit ihrer Flucht begann die Priesterin zu vergessen, wer sie war und welchen Zweck sie erfüllen sollte.
Schließlich zur Zeit vor der großen Veränderung, die geweissagt war, benötigte die Göttin die Hilfe der Hohenpriesterin. Sie brauchte sie um ein neues Zeitalter zu gebären, in dem eine Ausgewogenheit des männlichen und weiblichen erreicht werden würde. Schon zuvor hatte die Göttin die Hilfe der Priester erbeten, doch dieser gelang es ihr sterbend auszuweichen. Wieder einmal suchte die Priesterin ihr Heil in der Flucht vor der Göttin, bereit alles aufzugeben, was sie jetzt liebte, aufgrund der vergangenen zerstörten Träume und Flüche. Doch die Göttin in all ihrer Weisheit hatte noch ein paar Tricks in petto. Sie schickte ihren besten gedungenen Jäger, einen schäbigen und heruntergekommenen Mann. Seine Maskerade war deswegen so perfekt, weil er obwohl er die Göttin und alles was sie repräsentierte liebte und diesbezüglich tadellos war, er doch 100 Prozent ein Bursche war. So war er in der Lage sich geradewegs den fliehenden Priesterinnen in den Weg zu stellen. Der Kopfgeldjäger (bounty hunter) der Göttin fing immer seine Priesterinnen. Die Göttin hatte ihre große Freude an ihm, als einen ihrer besten Joker.
Als ich die Geschichte beendet hatte, sah ich zu meiner focus person hinüber. Sie war bereit. Ihr Verstand war ruhig und ihr Herz geöffnet. „Nun, wer glaubst du ist dieser Bounty Hunter?“ fragte ich, als ich mich ihr entgegenlehnte und winkte. Sie war zu verblüfft, um etwas zu sagen, aber ihre Augen antworteten voller Erkennen, doch sie lächelte nicht.
Ich fragte sie, wer sie selbst, die sie sich so oft verflucht hatte, spielen könnte. Ich bat sie dann jemanden auszusuchen, der die Göttin repräsentierte, die sie ebenfalls so oft verflucht hatte. Ich stellte die Vertreterin der Göttin wenige Schritte hinter die Person, die sie selbst repräsentierte auf. Ich bat sie auch noch, jemanden auszusuchen, der ihre eigene Bestimmung repräsentierte. Wir stellten diese Person als nächstes in die Reihe. Dann bat ich alle, die tief berührt durch diese Geschichte, voller Emotionen waren und die sich auch irgendwie vetraut mit der Hauptperson fühlten, näherzukommen. Ich sagte zu ihnen: „Würdet ihr bitte in euer Gedächtnis zurückrufen – wie in einem Traum – daß ihr alle einmal mit dieser Frau gearbeitet habt oder dass ihr sie auf unbedingte Art und Weise geliebt habt“. Über 80 Personen der Gruppe standen auf. Dann bat ich sie, sich um die Person zu gruppieren, die die focus person gewählt hatte, ihre eigenen Bestimmung darzustellen, eine Brücke zwischen Himmel und Erde. Die Aufgabe dieser Person war es diejenige Person darzustellen, die die Gnade und die Wunder der Göttin teilen und die Geburtshelferin der Zeit, die kommen sollte sein würde. Ich bat die focus person nach vorne zu kommen und ihr weibliches Selbst zu umarmen und alle Verwünschungen gehen zu lassen. Danach sollte sie zur Göttin gehen und auch dort alle Flüche gehen lassen, so dass der Kanal der Gnade wieder geöffnet werden konnte. Danach bat ich sie ihre eigene Bestimmung als Hohepriesterin nocheinmal zu umarmen und ihren Mantel der Mitmenschlichkeit wieder anzunehmen. Als sie sich den drei Stellvertreterinnen näherte, die ihre verschiedenen Wesensanteile darstellten, öffnete sich ihr Herz voll Mitgefühl und Liebe und sie konnte endlich ihren ehemaligen Verlust betrauern. Als sie sich selbst als Hohepriesterin umarmte, war sie umringt von ihren Freunden. Sie fühlte sich geliebt, unterstützt. Schlußendlich wurde sie in die Luft gehoben und in ihren Armen gewiegt, herumgereicht wie ein Rockstar auf den Händen ihrer Fans.
….Und der Bounty Hunter lächelte. Wieder eine Kettenglied mehr für den Gürtel seiner Göttin.
Wenn du dich fortan auf dich selbst einlässt, wird alles leicht für dich sein und die Göttin wird lächeln.
Chuck Spezzano
( zu finden auf www. psychologyofvision.com)
Geändert von Vianova (29.09.2006 um 16:55 Uhr)
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