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Thema: Hermann Hesse

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Beitrag Hermann Hesse

    Hallo zusammen,

    Hermann Hesse zählt zu meinen Lieblingsschriftstellern. Ich habe viele seiner Bücher gelesen. Was mir aber auch sehr gut gefällt, sind seine Gedichte. Daher stelle ich einige von ihm vor:


    Es gibt keine Pflicht des Lebens,
    er gibt nur eine Pflicht des Glücklichseins.
    Dazu allein sind wir auf der Welt,
    und mit aller Pflicht und aller Moral und
    allen Geboten
    macht man einander selten glücklich,
    weil man sich selbst damit nicht glücklich macht.
    Wenn der Mensch gut sein kann,
    so kann er es nur, wenn er glücklich ist,
    wenn er Harmonie in sich hat, also wenn er liebt.
    Dies war die Lehre, die einzige Lehre der Welt;
    dies sagte Jesus, dies sagte Buddha, dies sagte Hegel.
    Für jeden ist das einzig Wichtige auf der Welt
    sein eigenes Innerstes, seine Seele,
    seine Liebesfähigkeit.
    Ist die in Ordnung, so mag man Hirse oder Kuchen essen,
    Lumpen oder Juwelen tragen,
    dann klingt die Welt mit der Seele zusammen,
    ist gut, ist in Ordnung.

    Hermann Hesse

    Liebe Grüsse
    Monika

    Ausdehnung von Glück ist der Sinn der Schöpfung
    und wir sind alle hier, um Glück zu erfahren und auszustrahlen.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Dieses hier ist etwas traurig, paßt vielleicht in den November.....


    Im Nebel

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den andern,
    Jeder ist allein.
    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.
    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.
    Seltsam, Im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.

    Hermann Hesse, November 1905

    Liebe Grüsse
    Monika

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  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Huuhuuu!

    Ja, der alte Mann trifft es sehr gut.

    Aber da kriecht auch schon wieder ein Gedanke in meinen Kopf. (ja, ich weiss, ich diskustiere sehr gerne und zerrede alles gerne...)
    Was meint ihr, diese tollen Gedichte und Geschichten, die ja teilweise sehr alt sind, aber immer noch Gültigkeit haben, waren dass auch Engel? Oder Menschen die "göttliche" Eingebungen hatten?
    Denn vieles unterscheidet sich nicht, was Engel und CO uns erzählen.

    Wenn man die Theorie auch noch in Anberacht zieht, dass Lichtarbeiter einen starken Hang zum schreiben haben....

    Manchmal kommt mir das so vor und freue mich darüber. Als Zeichen dass es doch was ganz normales ist und dass Gott, Liebe und alles drum und dran, immer da ist und schon immer da war.
    (ja klar, ist ja auch keine Erfindung aus der heutigen Zeit, aber ist doch schön, dass es auch früher gelebt wurde.... oder??)

    Ach, ich hoffe irgendwer versteht mich. Lasse das auch nun so stehen. Vielleicht gibt Hesse an dieser Stelle nicht nur durch seine Gedichte hier Antworten.

    CU
    Tanja
    Irren ist menschlich, jedoch im Irrtum verharren ist teuflisch.
    Chinesisches Sprichwort

  4. #4
    Erfahrener Benutzer
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    Hallo Tanja,

    ich glaube, Hesse war sehr spirituell. Was er in seinen Büchern schrieb, besonders in Demian, hat mich tief beeindruckt. Dort geht es um das Wünschen und wer z.B. "The Secret" oder "Bestellungen beim Universum" oder "Erfolgreich wünschen" usw. gelesen hat, der sollte mal Demian lesen. Dort hat Hesse schon alles beschrieben, wie es geht.

    Gott und die Liebe gab es schon immer. Und die engel auch. Nicht nur in der heutigen Zeit.... . Es ist ja auch schön, daß sie da sind.

    Liebe Grüsse
    Monika

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  5. #5
    Erfahrener Benutzer
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    Dieses Gedicht von Hermann Hesse kennen wahrscheinlich viele, es ist recht bekannt und sehr schön:


    Stufen

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


    Hermann Hesse, 1941

    Liebe Grüsse
    Monika

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  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    Bücher

    Alle Bücher dieser Welt
    Bringen dir kein Glück,
    Doch sie weisen dich geheim
    In dich selbst zurück.

    Dort ist alles, was du brauchst,
    Sonne, Stern und Mond,
    Denn das Licht, danach du frugst,
    In dir selber wohnt.

    Weisheit, die du lang gesucht
    In den Bücherein,
    Leuchtet jetzt aus jedem Blatt -
    Denn nun ist sie dein.


    Hermann Hesse, 1918

    Liebe Grüsse
    Monika

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  7. #7

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    Gilching b. München
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    Ich habe hier auch noch ein schönes Herbstgedicht von H.H.:

    Als ich gestern meine Gartenmöbel in den Winterschlaf verbracht habe, fiel mir dieses Gedicht in die Hand und mit einem Blick durch meinen Garten freue ich mich jetzt schon auf das Frühjahr.....

    D
    er Garten trauert


    Der Garten trauert,
    Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
    Der Sommer schauert
    Still seinem Ende entgegen.


    Golden tropft Blatt um Blatt
    Nieder vom hohen Akazienbaum.
    Sommer lächelt erstaunt und matt
    In den sterbenden Gartenraum.

    Lange noch bei den Rosen
    Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
    Langsam tut er die (großen)
    Müdgewordnen Augen zu.

    Hermann Hesse (1877-1962)


    Liebe Grüße

  8. #8
    Erfahrener Benutzer
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    Es ist nicht unsere Aufgabe,
    einander näherzukommen,
    so wenig wie Sonne und Mond
    zueinanderkommen oder Meer und Land.
    Unser Ziel ist, einander zu erkennen und
    einer im anderen das zu sehen
    und ehren zu lernen,
    was er ist:
    des andern Gegenstück und Ergänzung.

    Hermann Hesse

    Liebe Grüsse
    Monika

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  9. #9
    Erfahrener Benutzer
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    Blinzeln

    Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe.
    Das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind,
    desto sinnvoller wird unser Leben.

    Hermann Hesse

    Liebe Grüsse
    Monika

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  10. #10
    Erfahrener Benutzer
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    Beiträge
    5.032
    Wer den Weg nach innen fand,
    wer in glühndem Sichversenken
    je der Weisheit Kern geahnt,
    daß sein Sinn sich Gott und Welt
    nur als Bild und Gleichnis wähle:
    ihm wird jedes Tun und Denken
    Zwiegespräch mit seiner eignen Seele,
    welche Welt und Gott erhält.

    Hermann Hesse

    Liebe Grüsse
    Monika

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